Das Institut für Digitale Geisteswissenschaften betreibt Grundlagen- und angewandte Forschung in einem breiten Spektrum an Bereichen der digitalen Geisteswissenschaften mit den Schwerpunkten:
Digitale Edition
Gemeinsam mit FachwissenschaftlerInnen aus verschiedensten Disziplinen arbeiten wir an Fragen der digitalen Repräsentation und Analyse geisteswissenschaftlicher Quellenmaterialien. Im diesem Fachbereich beschäftigen wir uns mit der „klassischen“ digitalen Edition, also der fachgerechten Repräsentation von Texten und ihrer Erschließungsinformationen. Gleichzeitig erforschen wir die Anwendung, den Nutzen und die Auswirkungen digitaler Methoden auf den Editionsprozess. In nationalen und internationalen Editionsprojekten unterstützen wir unsere ProjektpartnerInnen bei der Entwicklung standardisierter Datenmodelle, den Einsatz von Handwritten Text Recognition (HTR), die semantische Anreicherung elektronischer Texte mittels verschiedener Machine-Learning-Methoden sowie die komplexe Datenrepräsentation in Ontologien im Semantic Web bzw. Web of Data. Die Mitglieder des Forschungsschwerpunkts sind aktiv in internationalen Forschungsnetzwerken und Organisationen, darunter die Text Encoding Initiative (TEI) und das Institut für Dokumentologie und Editorik (IDE).
Forschungsdatenmanagement
Das Institut für Digitale Geisteswissenschaften entwickelt und betreibt bereits seit 2003 das Geisteswissenschaftliche Asset-Management-System [GAMS] zur Erstellung, Speicherung, Bereitstellung und Langzeitarchivierung digitaler Ressourcen. Darauf basierend widmen wir uns Fragen der technischen Infrastruktur, der fachspezifischen Kuratierung von geisteswissenschaftlichen Forschungsdaten inklusive ihrer Anreicherung, Repräsentation und offenen Zurverfügungstellung (Data Stewardship).
Digitale Museologie
Dieser Forschungsbereich untersucht die Auswirkungen der digitalen Transformation auf Museen und deren Publikum und experimentiert mit digitalen Methoden in der Erforschung des museologischen und kulturellen Erbes.
Digitale Geschichtswissenschaften
An der Universität Graz hat die geschichtswissenschaftliche Forschung mit digitalen Methoden und digitalen Quellen eine lange Tradition und wurde am Institut für Geschichte bereits früh unter dem Begriff Historische Fachinformatik (HFI) betrieben. Die Bandbreite der historischen Daten, mit denen an unserem Institut gearbeitet wird, umfasst mittelalterliche Urkunden und Rechnungsbücher, Reichstagsakten des 16. Jahrhunderts, britische Steuerakten des 17. Jahrhunderts, prosopographische Datenbanken sowie Erinnerungsorte an die nationalsozialistischen Verfolgungen. Unsere Forschungen erfolgen in interdisziplinären Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern und die globale Dimension dieses Forschungsbereichs zeigt sich auch in der aktiven Mitwirkung unserer MitarbeiterInnen in internationalen Organisationen wie zum Beispiel dem Data for History Consortium.